Bericht: BWY-Clubtörn 2022

Als Ralph mich angerufen hatte um mich zu fragen, ob ich einige Erinnerungen an den heurigen BWY-Törn niederschreiben würde, da segelte ich gerade durch die hochsommerliche Inselwelt zwischen Split und Dubrovnik, und in dieser entspannten Segelstimmung habe ich natürlich gerne zugesagt. Nun bin ich wieder zu hause. Den Kopf voller neuer Segelerlebnisse blättere ich nun zurück und durch die Fotos unseres heurigen BWY-Törns und beame mich so langsam in die Woche von 21. bis 28.Mai, in die „Christi Himmelfahrt Woche“, in der traditionell unser Clubtörn stattfindet.

Tja, es lässt sich leider nicht leugnen, seit 2 Jahren zwingt uns das Coronavirus ein „neues Normal“ auf, voller Lockdowns und Tests und Ausgangsbeschränkungen. Dieses freche Virus war schuld daran, dass ich nicht, wie die anderen BWY-Yachties, am Samstag den 21.5. in Punat an Bord gehen konnte, sondern ich mich nach einem positiven Covit-Test in häuslicher Quarantäne absondern musste. (Es sei vorweggenommen: Ich konnte mich rasch freitesten, bin mit FLIX-Bus und Fähre nachgeeilt, und Montag abends in Mali Losinj zum Clubtörn dazugestoßen).

Aber der Reihe nach:

Am Samstag lagen in der Marina Punat auf Krk 2 wunderschöne Segelboote für uns bereit:

BIG TASTY (nein, gemeint ist nicht der wohlschmeckender McDonalds-Burger, sondern), eine 50ft Beneteau mit Lattengroß, und

PERLA, eine Jeanneau Sun Odyssey 479 mit Rollgroß,

beide Yachten großzügig ausgestattet mit 4 Kabinen mit jeweils eigenen Toiletten.

Auf der BIG TASTY haben es sich Skipper Ralph (Janik) und seine Crew Ines (Zwazl), Robert (Uhlir), Georg (Merza), Alexander (Springer), Markus (Gernedl) und Andreas (Augustin) genauso wohnlich eingerichtet, wie

auf der PERLA Skipper Helmut (Gross) mit den Honeymoonern Veronika (Gassner) und Ludwig (Bruckner), Gabi und Albert (Kreuzberger) und Herwig (Spuller).

Nach der Sicherheitseinweisung sind dann rasch die Moorings gefallen und die Achterleinen eingeholt worden, um diese funktionale und schöne, aber auch irgendwie sterile Marina zu verlassen, und den nur 4 Seemeilen entfernten stimmungsvollen Stadthafen von Krk anzusteuern. Ja wir sind ein Segelclub, und daher haben wir Gross und Genua in diesen „Hauch von Wind“ gehalten und den Diesel abgewürgt, und immerhin konnten wir so einen Speed von 1 Knoten erzielen – zu Fuß wären wir deutlich schneller vorangekommen 😉 . Aber immerhin konnten wir im Logbuch die ersten 0,2 gesegelten Seemeilen notieren, und haben nach wenigen Minuten wieder von Segel auf Volvo umgeschalten. Um 19:20 haben die BWY-Yachten im Stadthafen von Krk festgemacht und die, mehr von der Anreise als vom ersten Tag auf See ermatteten Crews, haben in einer einladenden Konoba in dieser schönen Altstadt ein wunderbares Abendessen mit  Ožujsko und Karlovačko genossen.

Neuer Tag, neues Glück, alte Flaute. Um es kurz zu machen: Von den 35 sonntäglichen Seemeilen nach Ilovik berichtet das Logbuch von 32,5 Seemeilen unter Motor.

Endlich, am Montag, also mit Beginn der Arbeitswoche, hat auch der Wind wieder seinen Dienst angetreten: Tagesziel war Mali Lošinj, wo für Abend das Zusammentreffen mit Lothar ausgemacht ist. Tagsüber hat man für einen ausgedehnten Badestopp und Konoba-Besuch noch der wunderschönen grünen, mit Schilf bewachsenen „Sandinsel“ Susak einen Besuch abstattet.

Und „Wind sei Dank“ hat man an diesem Tag auch wirklich segeln können: 16 von 21 Seemeilen unter Segeln haben erstmals einen nennenswerten Eintrag in der Logbuch-Spalte „gesegelte Seemeilen“ zugelassen.

Meine ganz persönliche Teilnahme am BWY-Törn beginnt streng genommen erst hier: Kurz nach 19 Uhr bin ich per Jadrolinija in Mali Lošinj an Land gegangen und konnte unmittelbar danach an der großen Tafel im Restaurant Sidro im Kreis der BWY-Yachties-Freunde Kalamari und Karlovačko genießen und den Salzwassererlebnissen der ersten Törntage lauschen.

„Ursprünglich“ bin ich ja als Skipper der PERLA geplant gewesen, und so durfte ich ab Dienstag in die großen Fußstapfen von Freund und Mentor Helmut treten und die Verantwortung für die PERLA und die Crew übernehmen. Kräftiger SO-Wind hat uns anfangs mit beinahe 20 Knoten verwöhnt, sodass wir mit gerefften Segeln einen flotten raumen Kurs entlang der Westküste von Lošinj und Cres einnehmen konnten.

Mit der Zeit hat der Wind einige Knoten nachgelassen und immer mehr zu einem reinen Vorwindkurs geraumt. Augenzeugen auf der PERLA berichten davon, dass das Großsegel mittels Bullenstander stabilisiert und die Genua mittels Passarella ausgebäumt worden sei um eine stabile Butterfly-Segelstellung zu ermöglichen. Jaja, Segeln ist eben auch ein Handwerk und jeder gute Handwerker ist gut im Improvisieren – aber verwendet man deshalb gleich eine Passarella als Genuabaum 😉 ?

In der Bucht Uvala Zanja unterhalb von Lubenice haben wir dann Anker geworfen um uns vom türkiesen Licht in der blauen Grotte verzaubern zu lassen. Diese frühen Nachmittagsstunden sind ideal. Da scheint die Sonne aus der richtigen Richtung für ein intensiv-mystisches Grottenerlebnis.

Danach unter Segeln weiter nach Valun, wo die beiden BWY-Yachten „am Packl“ stolz auf der Stirnseite des Stegs festgemacht haben, also in dem kleinen Fischerdorf auf Cres, wo vor bald 40 Jahren Erwin Steinhauer, Josef Meinrad und Heinz Petters die Aussteigerserie „Der Sonne entgegen“ gedreht haben.

Der Mittwoch ist perfekt, bringt wieder einen herrlichen Segeltag. 20 Knoten aus SO lassen einen genialen Kreuzkurs mit über 9kn SOG zum Bojenfeld in die Bucht Maracol auf Unije zu. Wind, Welle, Gischt, Krängung – Seglerherz was willst du mehr 🙂 ?
Fest an den Bojen freut sich Ines auf einen weiteren Höhenflug: Im Seemannsstuhl und mit einem zweiten Fall gesichert lässt sie sich bis rauf zu den oberen Salings winchen, wo sie „von oben herab“ wunderbare Fotos der BWY-Yachten „schießt“.

Am Donnerstag legen wir schon bei Sonnenaufgang von den Bojen ab, um ja nicht zu spät zum Öffnen der Drehbrücke bei Mali Lošinj zu kommen. Ein leichter schöner Wind trägt uns stetig voran, und nach Passage der Engstelle nehmen wir Kurs auf den Stadthafen von Rab.

Als Badestopp und um das Eiland zu erkunden lassen wir vor den Hafenruinen der Leuchtturminsel Otok Trstenik die Anker fallen. Die weitere Route führt vorbei an den Dolfin Islands, wo wir uns (nomen est omen) an einer Delfinschule erfreuen dürfen. „Dort“ – „hast g’sehen?“ – „wow“ – „wie schön“ – „hast ihn erwischt?“. FotografInnen und Naturliebhaber haben Hochsaison.

Um einige Kuna zu sparen legen wir auch an der Stadtmole von Rab wieder „im Packl“ an. Ist heuer übrigens das letzte Jahr mit Kunas in Kroatien – ab 2023 gilt auch in Kroatien der Euro.
Altstadtspaziergang, Eis, Abendessen mit Blick auf unsere BWY-Flotte – das Seglerherz schlägt auch am Landgang höher.

Freitag. Langsam aber sicher neigt sich der Törn dem Ende entgegen und der Wind geht auch schon wieder in Wochenendmodus. Grosssegel und Genua bleiben eingerollt und wir tuckern dem Stadthafen von Krk entgegen, um Diesel zu fassen und für einen kurzen Krk-Stadtrundgang. 

Um 15:20 schließlich machen wir in der Marina Punat fest.

Ein weiterer einmalig schöner BWY-Törn ist Geschichte. Eine ganz normale Segelwoche mit Gleichgesinnten, voller Überraschungen, voller Höhepunkte, eine ganz normale Segelwoche eben.

Segeln ist das Sammeln von Erinnerungen.

Das Leben ist das Sammeln von Erinnerungen.

Immer eine Handbreit schöner Erinnerungen!

BWY-Cup 2022

Am 16. August hatten wir unseren finalen Regattaabend sowie die
Siegerehrung mit anschließendem Spanferkelessen.

Wir freuen uns, dass es 7 Mitglieder durch die Teilnahme an
vielen Wettfahrten in die Gesamtwertung geschafft haben,
und wir gratulieren

  • Claudia Rabl zum 1. Platz,
  • Alfred Kukacka zum 2. Platz und
  • Mileta Rado zum 3. Platz!

Mit ein paar Bildern lassen wir die Saison auf der Alten Donau
ausklingen.

Alfred Kreuz †

Alfred Kreuz ist leider von uns gegangen.

Viel zu früh und überraschend ist Alfred verstorben. Er war jahrzehntelanges Mitglied des YC BWY und hat da seine seglerische Ausbildung – den Binnenschein und den FB 2 – gemacht. Er hatte mehrere Jahre lang die Funktion des Obmanns des BWY inne.

Alfred war dem Hochsee-Regattasport sehr verbunden. Er hat über viele Jahre an etlichen Regatten in der Adria teilgenommen und war für seine Crews jeweils ein sehr wertvolles Mitglied.

Mit Alfred verlieren wir einen sehr netten Kollegen, einen guten Kameraden und einen ganz großartigen Freund.

Umso mehr gilt seiner Familie sowie seinen Angehörigen und Hinterbliebenen unser tiefstes Mitgefühl.

Noch eine traurige Nachricht über Werner Sponger

In der vergangenen Woche hat uns ein weiteres Urgestein der österreichischen Segel-/Segelausbildungsszene verlassen.
Werner Sponger ist nach langer, schwerer Krankheit von uns gegangen.

Werner war jahrzehntelang der Ausbildungsskipper auf der SY „Adriana“. Generationen von Schülern der Segelschule Hofbauer sind von ihm in der Kunst des Yachtsegelns unterwiesen worden. Werner war sehr lange Prüfer bei den diversen Ausbildungsstätten und Verbänden.

Seinen Ruhestand konnte er nicht sehr lange genießen, denn ein Schlaganfall mit einem bösen Sturz zu Hause beeinträchtigten Werner nachhaltig. Er erholte sich von den Folgen bis zu seinem Tod nicht mehr.

Werner, du hast uns schon in den letzten Jahren krankheitsbedingt gefehlt, und das gilt nun umso mehr. Unsere Gedanken sind bei dir!

Eine traurige Nachricht über Ing. Hugo Herrmann

Am vergangenen Samstag, den 22. August 2020, ist einer der letzten, großen Seefahrtslehrer, unser Ehrenmitglied Herr Ing. Hugo Herrmann, leider von uns gegangen. Seine Familie war der altösterreichischen Seefahrt sehr verbunden, und Hugo war in unseren Tagen ihr noch lebendes Symbol.

Er war ein sehr gebildeter und weiser Mann, der viele Jahre mit seinem historischen Lastensegler, einem Trabakel, die Stellen seiner Kindheit befahren hat. Ob in Italien, Slowenien und Kroatien, überall war Hugo mit seinem Schiff ein willkommener Gast.

Viele Generationen österreichischer Yachties haben Hugo gekannt, waren Mitreisende auf seinem „Il Nuovo Trionfo“ und sind durch ihn zum Segeln gekommen.

Hugo, wir werden deine Gesellschaft und die Gespräche mit dir vermissen!

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 08. September 2020 um 14:00 Uhr in der Halle 1 auf dem Wiener Zentralfriedhof statt.
Eingang 2. Tor, Simmeringer Hauptstraße 234-240, 1110 Wien.

48°09’11.5″N, 016°26’32.0″E

Clubregatta Jahreswertung 2020

Für Regatta-Interessierte gibt es von April bis August an der Alten Donau die Möglichkeit zur Teilnahme am traditionellen BWY Cup:

Es sind 9 Regatten mit je 2 Wettfahrten (geeignetes Wetter vorausgesetzt). Die Termine stehen bereits in unserem Kalender. Die besten 4 Durchgänge kommen in die Jahreswertung 2020!

Interessierte, die (noch) nicht dem BWY angehören, sind herzlich eingeladen, einmal mitzumachen, Regattaluft zu schnuppern und uns kennen zu lernen.

Neu: Griechische Bootssteuer (TEPAI) – Info der gr. Finanzbehörde IAPR

Ankündigung der IAPR zur griechischen Bootssteuer (TEPAI)

Die Unabhängige Finanzbehörde
Independent Authority of Public Revenue – IAPR
wird in den nächsten Tagen die Webplattform (eTEPAI) veröffentlichen, über die alle Yachtbesitzer die Steuer zahlen können.

Die Steuererhebung beginnt am 2. April 2019, und Zahlungen bis zum 11. April 2019 werden als gültig betrachtet.

Die zugehörige Ankündigung findest du hier:
https://www.aade.gr/sites/default/files/2019-03/dt_22.03.19.pdf

Unter dem Link – www.aade.gr/polites/etepai – findest du (in englischer Sprache) eine Broschüre und ein Handbuch mit häufig gestellten Fragen (Frequently Asked Questions) zu TEPAI.


Aktuell (02 04 2019 – 0000)

ist elektronische Einzahlung jedoch noch nicht möglich.
Also müssen die Eigner zum Hafenamt gehen und sich dort ein Formular zum Bezahlen der Steuer abholen. Mit dem Formular muss nun bei einer griechischen Bank das Geld eingezahlt werden. Mit dem quittierten Formular muss der Eigner anschließend zurück zum Hafenamt.

Für Boote an Land (laut TEPAI-Broschüre):
Wenn dein Boote im griechischen Hoheitsgebiet, jedoch nicht im Wasser
(z. B. auf einer Werft / einem Parkplatz), auch wenn „Out of Use“ zu Beginn des Jahres nicht erledigt wurde, fällt die neue Bootssteuer erst bei der Rückkehr ins Wasser an.

Eigner deren Boot im Wasser liegt und die nicht vor Ort sind, sollten den Marinebetreiber bzw. den Mooring-Besitzer kontaktieren und die weiteren Schritte abklären.


Aktuell (02 04 2019 – 0300)

Aus www.yen.gr und übersetzt:
Mit einem gemeinsamen Ministerbeschluss (A.1119 / 29-3-2019) der Finanzministerin Katerina Papanatsiou und der Ministerin für Schifffahrt und der Inselpolitik Fotis Kouvelis ist der Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gebühr für Freizeit- und Tagesschiffe (TEPAI) der 9. Mai 2019.

Der Start ist erst einmal verschoben.


Aktuell (01.05.2019 – 1200)

Die Broschüre ist jetzt auch in deutscher Sprache unter dem Link https://www.aade.gr/dl_assets/etepai/etepai_e-brochure_de.pdf  zu finden.


Aktuell (10.05.2019 – 1200)

Die Registrierung der Boote ist über den Link
https://www.aade.gr/polites/etepai
in Englisch ganz einfach möglich.

Hier – https://www.aade.gr/dl_assets/etepai/etepai_app_usermanual_en.pdf – bekommst du eine Bedienungsanleitung in Englisch.

Nach der Registrierung und Eingabe der Schiffs-Info, Personen-Info und TEPAI-Info werden die Kosten ausgerechnet und ein 20-stelliger „payment code“ ausgegeben.

Dieser „payment code“ ist notwendig für die Ausstellung des Parabolo oder für die Überweisung an das Ministry of Finance.

Siehe Broschüre und Frequently Asked Questions.

Boote im Wasser haben bis 18. Mai 2019 Zeit, die Anmeldung durchzuführen.


Ich werde mich weiterhin informieren und die Infos an euch weitergeben.

Mit sportlichen Grüßen

Johann (Schani) Larnhof